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Färingersaga
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Die Färingersaga (altnordisch Faereyinga saga, neufärÜisch Føroyinga søga) ist die älteste Quelle zur Geschichte der FärÜer und wichtigste schriftliche Quelle zur Wikingerzeit auf den FärÜern.
Contents
⢠Entstehung
⢠Inhalt
⢠Chronologie
⢠Literatur
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Entstehung
Sie entstand im 13. Jahrhundert in Island und wurde wahrscheinlich von einem SchĂźler des Snorri Sturluson verfasst. Die Färingersaga handelt von der Zeit der Landnahme (9. Jahrhundert) bis zur Christianisierung der FärĂśer im 11. Jahrhundert. Der Text der Saga stammt weitgehend aus dem isländischen Manuskript FlateyjarbĂłk (Buch von Flatey), das zwischen 1387 und 1394 in Island geschrieben wurde. Diesen Text verĂśffentlichte 1832 der dänische Altertumsforscher Carl Christian Rafn, dem die Saga auch ihren Namen FĂŚreyĂnga saga (mit Ă!) zu verdanken hat. In Rafns Ausgabe enthalten ist eine färĂśische Ăbersetzung von Pastor Johan Henrik Schrøter in dessen eigentĂźmlicher Orthographie.
Inhalt
Die Färingersaga beginnt mit den Worten (neufärÜisch):
GrĂmur Kamban var fyrsti maður ið bĂşsettist Ă Føroyum.
Hetta var å døgum Haralds Hårfagra,
tå stór mannfjøld flýddi undan harðrÌði hansara.
auf Deutsch:
GrĂmur Kamban war der erste Mann, der sich auf den FärĂśern niederlieĂ.
Das war in den Tagen Harald SchĂśnhaars,
als viele Leute vor seiner Herrschsucht flohen.
Es wird davon ausgegangen, dass jener GrĂmur tatsächlich gelebt hat und im 9. Jahrhundert von Norwegen auf die FärĂśer ging, sich in Funningur niederlieĂ und so die nordische Landnahme auf dem Archipel einleitete. Allerdings war das schon vor der Zeit Harald SchĂśnhaars, wahrscheinlich bereits um 825. Offensichtlich verwechselt die Färingersaga diese erste Welle der Landnahme mit der zweiten Welle um ca. 885â890, die tatsächlich eine Flucht vor Harald SchĂśnhaars Herrschaft war.
Auf den FärĂśern etablierte sich eine freie Republik von Auswanderern, und in ihrer Hauptstadt TĂłrshavn hatten sie ihr eigenes Ting. Diese Stätte namens Tinganes ist heute noch Regierungssitz. Die Färingersaga enthält diese und weitere historische Fakten, vor allem die Geschichte des Sigmundur Brestisson (Sigmund), der die FärĂśer gegen den Widerstand des TrĂłnd aus Gøta (Trond) um 1000 christianisierte. Tronds Rolle ist derart zentral, dass die Färingersaga auch âDie Sage von Trondâ genannt wird.
Da die Sage von MÜnchen aufgeschrieben wurde, ist sie freilich nicht unparteiisch, sondern stellt Sigmund (den Christen) als den Guten dar und Trond (den Heiden) als den BÜsen. Es gibt darßber hinaus auch Teile der Färingersaga, die ganz offensichtlich mehr Dichtung als Wahrheit sind, aber im Wesentlichen ist es die Geschichte der ersten Färinger und daher die wichtigste historische Quelle zur Wikingerzeit auf den FärÜern (siehe dort).
Chronologie
Erstgenannte Jahreszahlen nach C. C. Rafn, in Klammern nach G. V. C. Young
⢠um 825 â GrĂmur Kamban besiedelt die FärĂśer.
⢠964 (959) â TĂłri Beinisson wird geboren.
⢠966 (961) â Sigmundur Brestisson wird geboren.
Torkil Barfrost wird des Landes verwiesen Turið Torkilsdóttir wird geboren
⢠975 (970) â Mord an Brestir und Beinir
Ravnur Hólmgarðsfari kommt auf die FärÜer und bringt Sigmundur und Tóri nach Norwegen (Sigmundur und Tóri in Norwegen).
⢠976 (971) â Ravnur gibt Sigmundur und TĂłri frei und reist nach den Ostländern (Russland).
⢠978 (973) â Sigmundur und TĂłri ziehen von Viken zum Dovrefjell.
⢠984 (979) â Sigmundur und TĂłri kommen zu HĂĄkon Jarl.
TĂłra SigmundsdĂłttir (Sigmunds Tochter) wird geboren.
⢠985 (980) â Sigmunds Kampf mit Randver
Sigmundur und TĂłri werden in das Gefolge von HĂĄkon Jarl aufgenommen.
⢠986 (981) â Sigmundur heert in Schweden und Russland und kämpft mit Vandil.
Torkil Barfrost wird von der Verbannung freigesprochen
⢠987 (982) â Sigmunds Kampf mit Harald Jernhøs bei Anglesey
Torkil wird Sysselmann in Orkedal
⢠988 (983) â Sigmundur und TĂłri gehen zurĂźck auf die FärĂśer, wo sie sich in den Besitz seines väterlichen Erbes setzen.
⢠989 (984) â Sigmundur und TĂłri gehen nach Norwegen zu HĂĄkon Jarl, der zwischen ihnen und TrĂłndur Ă Gøtu vermittelt. Sigmundur erhält die FärĂśer als norwegisches Lehen.
⢠990 (985) â Sigmundur und TĂłri gehen wieder auf die FärĂśer und willigen ein, dass TrĂłndur die ihm auferlegte GeldbuĂe in drei Jahren abbezahle.
⢠991 (986) â Sigmundur heiratet Turið TorkilsdĂłttir und reist mit seiner Familie im Herbst nach den FärĂśern.
⢠992 (987) â Sigmundur macht im Sommer eine kurze Reise nach Norwegen.
⢠993 (988) â Sigmundur reist im Herbst nach Norwegen.
⢠994 (988?) â Sigmundur nimmt auf der Seite von HĂĄkon Jarl teil an der Schlacht gegen die Jomswikinger.
⢠997 â KĂśnig Olav Tryggvason sendet eine Botschaft an Sigmundur auf die FärĂśer, dass er zu ihm nach Norwegen kommen solle und dass Olav ihn zum mächtigsten Mann der FärĂśer machen wolle, wenn er sich ihm anschlieĂe.
⢠998 â Sigmundur kehrt auf die FärĂśer zurĂźck und verkĂźndet im Auftrage des KĂśnigs das Christentum (siehe Christianisierung der FärĂśer).
⢠999 â TrĂłndur Ă Gøtu wird von Sigmundur zwangsgetauft, und die Färinger werden formal christianisiert.
⢠1000 â Sigmundur trifft KĂśnig Olav Tryggvason das letzte Mal in Norwegen und zollt ihm Tribut von den FärĂśern.
⢠1001 â Sigmundur besucht die Jarle Erik und Svend, die sein Lehen Ăźber die FärĂśer erneuern.
⢠1002 (1005) â TrĂłndur Ăźberfällt Sigmundur. Jener flieht und wird in SandvĂk von TorgrĂmur Illi ermordet.
⢠1024 â Løgmaður Gilli fährt zusammen mit Leivur Ăssursson und TĂłrĂĄlvur Sigmundsson auf GeheiĂ des KĂśnigs Olav des Heiligen nach Norwegen.
⢠1026 â TĂłrĂĄlvur wird in Norwegen ermordet.
⢠1027 â Karl von Møre zieht auf die FärĂśer, um den Mord aufzuklären.
⢠1028 â Karl von MĂśre wird auf dem Thing in TĂłrshavn erschlagen.
⢠1029 â Die drei Täter Sigurd Torlaksen, Tord der Kleine und Gaut der Rote kommen wieder zu den FärĂśern zurĂźck. Gille und Leivur begeben sich unter den Schutz von TrĂłndur Ă Gøtu, der die Verbannung seiner drei Verwandten aufhob und die FärĂśer in drei Teile teilte.
⢠1035 â Leivur Ăssursson rächt sich an den Dreien. TrĂłndur stirbt in Trauer Ăźber den Verlust, und Leivur wird erster christlicher Herrscher Ăźber die FärĂśer, der sie von Magnus dem Guten zum Lehen bekommt. Ende der Wikingerzeit auf den FärĂśern.
Literatur
Gedruckte Ausgaben
(Bestand der Landesbibliothek der FärÜer, Auswahl)
⢠Carl Christian Rafn: FĂŚreyĂnga Saga eller FĂŚrøboernes Historie i den islandske Grundtext med fĂŚrøisk og dansk OversĂŚttelse. Kopenhagen 1832 (Neuauflage TĂłrshavn: Offset-prent, Emil Thomsen, 1972 - 284 S.) (Isländisch, FärĂśisch von Johan Henrik Schrøter, Dänisch)
⢠Gottlieb Christian Friedrich Mohnike (Ăbers.): Faereyinga Saga oder Geschichte der Bewohner der FärĂśer: im isländischen Grundtext mit färĂśischer, dänischer und deutscher Ăbersetzung, Kopenhagen 1833
⢠Føroyingasøga / Ăştløgd Ăşr Ăslandskum av V. U. Hammershaimb. TĂłrshavn, 1884. 137 S. (Erstausgabe in NeufärĂśisch, weitere Ausgaben 1919 und 1951)
⢠Føringasøga / útløgd og umarbeid av nýggjum av C. Holm Isaksen. Tórshavn: 1904. 116 S.
⢠FÌreyingasaga. Den islandske saga om fÌringerne / pü ny udgiven af Det kongelige nordiske oldskriftselskab. Kopenhagen: Det kongelige nordiske oldskriftselskab, 1927. - xix, 84 S. (Dänisch)
⢠Føroyingasøga / umsett hava Heðin Brú og Rikard Long. Tórshavn: Skúlabókagrunnurin, 1962 - 105 S. (FärÜisch)
⢠The Faroe Islanders' saga / translated and annotated by George Johnston; edited by Michael Macklem; drawings by William Heinesen. Ottawa: Oberon Press, 1975. - 144 S. (Englisch)
⢠FĂŚreyinga saga / Ălafur HalldĂłrsson bjĂł til prentunar; JĂłn BÜðvarsson samdi verkefni fyrir skĂłla. ReykjavĂk: Iðunn, 1978 - 180 S. (Isländisch)
⢠FÌringe saga / med tegninger af Sven Havsteen-Mikkelsen; i oversÌttelse ved Ole Jacobsen og med en efterskrift af Jørgen Haugan. Kopenhagen: Forum, 1981 - 143 S. (Dänisch)
⢠La saga des FÊroïens / traduit de l'Islandais par Jean Renaud; prÊface de RÊgis Boyer. Paris: Aubier Montaigne, 1983 - 133 S. (FranzÜsisch)
⢠Die Färinger Saga / aus dem Isländischen von Klaus Kiesewetter Ăźbersetzt. Ă
lborg: 1987 - 103 S. (Deutsch)
⢠Färinga sagan / inledd och Üversatt av Bo Almqvist; fÜrord av Olov Isaksson; fotografier av SÜren Hallgren. Hedemora: Gidlunds BokfÜrlag, 1992 - 205 S. (Schwedisch)
⢠Føroyinga søga / Sven Havsteen-Mikkelsen teknaði; Bjarni Niclasen týddi; Jørgen Haugan skrivaði eftirmÌli. Tórshavn: Føroya skúlabókagrunnur, 1995 - 148 S. (FärÜisch. 2. Auflage, aktuell) (Neu: PDF-Download 2005)
⢠Føroyinga søga [ljóðbók (kassettuband)] / Høgni Joensen lesur. Tórshavn: Ljóðbókanevndin, 2003 - 5 kassettubond à 1 húsa (HÜrbuch auf FärÜisch, ca. 5 Stunden)
Ausgaben im Internet
⢠FÌreyinga saga isländisch
⢠F. York Powell: The Tale of Thrond of Gate, commonly called the Faereyinga Saga. London 1896 (englisch)
⢠Anker Eli Petersen: Føroyinga Søga. Leysliga umsett Ăşt fornnorrønum. FärĂśer 2003 (färĂśische Ăbersetzung aus dem Altnordischen)
⢠Michael Becker: Die Färinger Saga. (Internetausgabe, Zusammenfassung, deutsch)
⢠Snerpa.is - FÌreyinga saga (isländisch, komplett)
⢠Isländischer und englischer Volltext in der Isländischen Sagadatenbank
Sekundärliteratur
⢠G. V. C. Young: Fra vikingetiden til reformationen. Kopenhagen: Rosenkilde og Bagger, 1982 (Originaltitel: From the Vikings to the Reformation).
⢠Andreas Schmidt: Erzählen von Macht: Narratologische Studien zur FÌreyinga saga (= Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 131). De Gruyter, Berlin 2022, ISBN 978-3-11-077493-1.